Ratgeber · Steuern & GoBD

GoBD-konformes Fahrtenbuch führen

Ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch kann gegenüber der 1-%-Regelung bares Geld sparen – aber nur, wenn es lückenlos, zeitnah und unveränderbar geführt wird. Dieser Ratgeber zeigt die Anforderungen der Finanzverwaltung und eine praktische Checkliste.

Aktualisiert am 17.06.2026

Das Wichtigste in Kürze

1-%-Regelung oder Fahrtenbuch?

Wird ein Firmenfahrzeug auch privat genutzt, muss dieser geldwerte Vorteil versteuert werden. Dafür gibt es zwei Wege: die pauschale 1-%-Regelung (1 % des Bruttolistenpreises pro Monat) oder die Fahrtenbuchmethode, bei der die tatsächlichen Kosten anteilig nach privater und dienstlicher Nutzung angesetzt werden.

Faustregel: Je geringer die private Nutzung und je niedriger die tatsächlichen Kosten im Verhältnis zum Listenpreis, desto eher lohnt das Fahrtenbuch. Voraussetzung ist allerdings ein ordnungsgemäßes, also GoBD-konformes Fahrtenbuch.

Was „GoBD-konform" konkret bedeutet

Die Finanzverwaltung erkennt ein Fahrtenbuch nur an, wenn es bestimmte Grundsätze erfüllt:

Ein loses Excel-Sheet, das sich jederzeit ändern lässt, genügt diesen Anforderungen in der Regel nicht.

Checkliste: Pflichtangaben je Fahrt

Für jede dienstliche Fahrt gehören ins Fahrtenbuch:

Für private Fahrten genügt die Angabe der gefahrenen Kilometer; Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte werden gesondert vermerkt.

Digital führen – besonders im Pflege- und Betreuungsdienst

Gerade Dienste mit vielen Fahrten zu Klienten profitieren von einem digitalen Fahrtenbuch: Fahrten entstehen direkt aus dem Einsatz, werden manipulationssicher gespeichert und lassen sich als PDF/CSV für Steuerberater und Buchhaltung exportieren. Mehr dazu auf der Seite Fahrtenbuch Pflegedienst.

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Steuerberatung.

Häufige Fragen

Wann lohnt sich ein Fahrtenbuch gegenüber der 1-%-Regelung?

Tendenziell bei geringer Privatnutzung und niedrigen tatsächlichen Kosten im Verhältnis zum Bruttolistenpreis. Ein Vergleich beider Methoden lohnt sich.

Was macht ein Fahrtenbuch GoBD-konform?

Es muss lückenlos, zeitnah, in geschlossener Form und unveränderbar geführt werden – mit vollständigen Angaben je dienstlicher Fahrt.

Reicht ein Excel-Fahrtenbuch?

In der Regel nicht, weil sich Einträge jederzeit unbemerkt ändern lassen. Gefordert ist Manipulationssicherheit bzw. eine protokollierte Änderbarkeit.

Welche Angaben muss jede dienstliche Fahrt enthalten?

Datum, Kilometerstände zu Beginn und Ende, Ziel, Zweck und den aufgesuchten Geschäftspartner.

Darf ich Einträge später nachtragen?

Einträge müssen zeitnah erfolgen. Nachträgliche Sammeleinträge gefährden die Anerkennung; Korrekturen müssen nachvollziehbar dokumentiert sein.

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